ODER WIE DU DEINEN DOSENÖFFNER ZU EINEM PERFEKTEN FUTTERSKLAVEN ERZIEHST

Beherrschung ist alles

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber wenn ich freudig erregt bin, dann sträubt sich mein Fell in alle Richtungen und ich seh dann noch prächtiger & mächtiger aus als sonst. Manchmal saus ich dann zu einem Spiegel, um dieses Schauspiel zu bewundern (mangels vierpfotiger Ovationen).
ABER – diese Zurschaustellung von Emotionen ist nicht immer angebracht, ja mitunter kann sie höchst kontraproduktiv sein. Ich sage nur “Futterversorgung”. Es ist völlig irrig zu glauben, daß unsereiner mehr Yummie abstaubt, wenn er doppelt so mächtig aussieht wie sonst. Ganz im Gegenteil: Je schmächtiger Du Dich gibst, desto größer die Portion. Da hilft nur eines: Üben, üben & nochmals üben. Am besten Du springst auf einen Spiegel zu, tust so, als würdest Du erschrecken – zapp, ist Dein Fell gesträubt. Und jetzt übst Du, blitzschnell Dein Fell (am besten auch gleich die Ohren) ganz dicht anzuziehen. Wenn Dir dabei schon das Wasser im Mund zusammenläuft, die Wangen leicht einziehen und gaaanz große Augen machen. Das ist der richtige Effekt. Zugegeben, es ist nicht einfach, die Vorfreude auf so ein leckeres Yummie zu unterdrücken und es bedarf einiger Übung – aber Katz, das zahlt sich aus! Weiterlesen…

Geschmäcker sind verschieden

Mein Vorgänger soll ja vielleicht ein Feinspitz gewesen sein: Rahmfisolen hat der gleich reindlweise verputzt. Ich bin ja mehr ein Fan solider Hauskatzkost und muß gestehen, daß ich bei der Erziehung in Sachen Futter bei meiner Menschin noch nicht so wirklich erfolgreich war. Die kann ein ganz schön stures Luder sein. Andererseits ist sie sonst so entgegenkommend und von Kopf bis Pfote auf Katze eingestellt, daß ich bei diesem Thema wohl ein wenig nachgiebig bin. Weiterlesen…

Tischmanieren

Und wieder muß ich lobend hervorheben: Meine Menschin hat vorbildliche Tischmanieren, wenn wir gemeinsam speisen. Menschenfutter muß ich ja nicht unbedingt haben, aber manchmal, wenn sie Sachen serviert, die auch ich gerne mag, dann bereitet sie für uns beide einen wahren Festschmaus. Weil sie weiß, daß es für uns Katzingers ja nicht gerade appetitlich ist, mit den Menschen gemeinsam aus einem Napf zu fressen, habe ich mein eigenes Tischgeschirr.
Gmundner Keramik hat sie das mal genannt – na, wie auch immer, mir schmeckts aus diesem kleinen Näpfchen jedenfalls besonders gut – schließlich frißt man ja auch mit den Augen (hab ich sie mal sagen gehört)… Weiterlesen…

Ein katzengerechtes Ambiente

Die Möbel gehören mir, das ist ja wohl klar. Und weil ich großzügig bin, teile ich diese natürlich gerne mit meiner Menschin.
Mein Katzenheim ist sehr praktisch & gemütlich eingerichtet – an einer Seite meines Reviers führt eine tiefe Fensterbank entlang, die dicht mit Grünpflanzen versehen ist. Wenn ich hier von einem Ende meines Reviers zum anderen spaziere, komme ich mir vor wie in einem Dschungel. Gleich darüber die riesigen Fenster, auf den Fensterbrettern kann ich herrlich in der Sonne faulenzen und die Gitter davor lassen kleine Flugmäuse hereinsummen. Weiterlesen…

Die richtige Perspektive

Zu diesem Thema bedurfte es – Bastet sei Dank – bei meiner Menschin keiner großen Erziehungsarbeit. Fortschrittlich wie sie denkt, meint sie, daß der einzig wahre Lebensraum der Katze auf gleicher Höhe liegt wie der ihre. Sie findet sogar, daß es unsereines unwürdig wäre, vor den Menschen „im Staub zu kriechen“. Das kann ich nur doppelt unterstreichen – und so sind meine Lieblingsplätzchen dort, wo auch ihre sind. Natürlich darf ich überall rauf & rein, am liebsten allerdings sind wir beide an ihrem riesengroßen Schreibtisch. Dort spielt sich unser ganzes Katzenleben ab…

Laßt Euch keinesfalls auf die „unteren Ränge“ verweisen! Da müßt Ihr hart bleiben. Es soll ja Zweibeiner geben, die ihren Katzingers nicht erlauben, auf Tischen zu sitzen, auf Küchenkastln herumzuflanieren und die Vorhänge hochzuklettern. Wie wollt Ihr je Eure Katzsklaven unter Kontrolle haben, wenn ihr immer nur deren Wadeln seht? Eben. Nun, bei den Vorhängen könnt Ihr ja mit Euch reden lassen (in meinem Katzenheim gibt es keine, dafür aber meterhohe schräge Fenster, an denen ich hochklettern & runterrutschen kann), aber dies sollte wirklich Euer einziger Kompromiß zu diesem Thema sein. Punktum. Weiterlesen…